WT 40 – Orange Wolframelektroden für höchste Ansprüche im Gleichstrombereich
Wenn es um absolute Zündsicherheit und Stabilität im Hochleistungsbereich geht, greifen erfahrene Schweißer oft noch immer zur WT 40. Diese Wolframelektroden mit der Kennfarbe Orange enthalten 4 % Thoriumoxid. Dieser hohe Oxidanteil sorgt für physikalische Eigenschaften, die im industriellen Rohrleitungs- und Behälterbau geschätzt werden, insbesondere bei der Verarbeitung von hochlegierten Werkstoffen.
WT 40 - orange - 313WTR0001
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Technische Überlegenheit durch Thorium
Der Hauptvorteil der WT 40 liegt in ihrem hohen Thoriumgehalt. Im Vergleich zu reinem Wolfram (Grün) oder niedriger legierten Varianten, senkt das Thorium die Austrittsarbeit der Elektronen drastisch. Das Resultat sind exzellente Zündeigenschaften – selbst bei niedrigen Strömen zündet der Lichtbogen sofort und stabil. Ein nerviges Springen des Lichtbogens wird hier effektiv vermieden.
Die Strombelastbarkeit dieser Elektroden ist überdurchschnittlich hoch. Die Formbeständigkeit der Spitze bleibt auch bei langen Schweißzyklen erhalten, was die Standzeit signifikant erhöht und Rüstzeiten minimiert.
Einsatzgebiete und Werkstoffe
Die Frage, welche WIG Wolfram Elektrode nutze ich für welches Material, ist bei der WT 40 klar definiert: Sie ist der Spezialist für das Gleichstromschweißen (DC). Ihre Stärken spielt sie vor allem bei folgenden Werkstoffen aus:
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Hochlegierte Stähle und rostfreie Stähle (V2A, V4A)
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Nickel und Nickelbasislegierungen
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Titan und Titanlegierungen
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Kupfer und Kupferlegierungen
Für unlegierten Stahl ist sie ebenfalls einsetzbar, wird aber oft aufgrund der Radioaktivität (siehe Sicherheitshinweis) durch lanthanierte Alternativen ersetzt.
Experten-Hinweis: Für Aluminium und Magnesiumlegierungen ist die WT 40 in der Regel nicht die erste Wahl. Diese Materialien erfordern meist Wechselstromschweißen (AC), um die Oxidschicht aufzubrechen. Hierfür eignen sich Elektroden aus reinem Wolfram (Grün) oder spezielle Mischoxide besser, da Thoriumelektroden unter Wechselstrombelastung zur Rissbildung neigen können.
Was bedeutet die Farbe einer Wolframelektrode?
Die Farbcodierung am Ende der Nadel ist international genormt und gibt Auskunft über die chemische Zusammensetzung und die Oxidzusätze.
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Orange (WT 40): 4 % Thoriumoxid. Extrem zündfreudig, hohe Strombelastbarkeit, radioaktiv.
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Rot (WT 20): 2 % Thoriumoxid. Der "Standard-Klassiker" für Gleichstrom, ebenfalls radioaktiv.
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Grün (WP): Besteht aus reinem Wolfram. Verwendung fast ausschließlich für Aluminiumlegierungen und Magnesium bei Sinus-Wechselstrom.
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Gold (WL 15) / Grau (WC 20): Lanthan- oder Ceroxidhaltig. Strahlungsfreie Alternativen für Stähle und Edelstahl.
Bei der Wahl der Farbe sollten Sie immer prüfen, ob Ihr WIG-Wolframelektrode-Setup für Gleich- oder Wechselstrom ausgelegt ist. Orange und Rot dominieren den DC-Bereich für hochlegierte Metalle.
Was ist WIG-Schweißen überhaupt?
Das Wolfram-Inertgas-Schweißen (WIG) gilt als das "Königsverfahren" der Fügetechnik. Dabei brennt ein elektrischer Lichtbogen zwischen der nicht abschmelzenden Wolframelektrode und dem Werkstück. Eine inerte Gasschutzglocke (meist Argon oder Helium) schützt das Schmelzbad und die Elektrode vor atmosphärischen Einflüssen.
Da die Elektrode selbst nicht abschmilzt, kann der Schweißer die Energiezufuhr und die Zugabe von Zusatzwerkstoff (dem Metall) entkoppelt voneinander steuern. Das ermöglicht extrem präzise Nähte an hochlegierten Stählen oder Dünnblechen ab wenigen Zehntel mm. Die Eigenschaften der Naht sind beim WIG-Schweißen von höchster Reinheit und Qualität.
Sicherheitshinweis: Umgang mit thoriumhaltigen Elektroden
Die WT 40 enthält Thoriumoxid, einen Alpha-Strahler. Die Strahlung ist zwar gering, dennoch ist beim Schleifen der Elektrode höchste Vorsicht geboten. Der Schleifstaub darf nicht eingeatmet werden.
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Verwenden Sie beim Anschleifen Absauganlagen.
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Verwenden Sie ein Nasschleifgerät
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Tragen Sie Atemschutz (FFP3).
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Entsorgen Sie Schleifstaub fachgerecht.
Aufgrund dieser Sicherheitsaspekte findet ein langsamer Wandel hin zu strahlungsfreien Alternativen (wie E3 oder WL-Typen) Zustimmung in der Industrie. Dennoch schwören viele Profis für spezifische Anwendungen weiterhin auf die hohen Leistungsreserven der WT 40.
Technische Daten und Einstellungen im Überblick
Damit Sie das volle Potenzial der WT 40 ausschöpfen, achten Sie auf die korrekten Einstellungen an Ihrem Schweißgerät.
| Parameter | Empfehlung |
|---|---|
| Durchmesser | Gängig sind 1,6 mm, 2,4 mm und 3,2 mm |
| Schleifwinkel | Je spitzer (ca. 30°), desto tiefer der Einbrand |
| Stromart | Gleichstrom (DC) Minuspol |
| Materialstärke | Ab 0,5 mm bis hin zu dickwandigen Rohren |

















































































